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Autor Thema: DDR-Zuchtanforderungen  (Gelesen 3437 mal)

Foxiline

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DDR-Zuchtanforderungen
« am: Juli 13, 2009, 10:15:52 Vormittag »
Hierzu vielleicht von Urian mehr...

Den Anfang mache ich mal: in der ehemaliegn DDR mussten alle Hunde für ihre Zuchtzzulassung zumindest eine Anlageprüfung ablegen. Schönheit und Brauchbarkeit sollten so zusammengehalten werden, was auch eines meiner erklärten Zuchtziele ist...

Leider ist mit dem Zusammengng mit dem DFV die "Brauchbarkeit" im Schönheitsbereich über Bord geworfen worden.

@Iris: es kann gut sein, dass Deine alten DDR-Ahnentafeln noch das BF enthalten. Heute heißt es BP ;)
Mehr dazu kommt bestimmt in den nächsten Tagen von Urian!
« Letzte Änderung: Juli 13, 2009, 17:32:21 Nachmittag von Foxiline »

foxlove

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Re: DDR-Zuchtanforderungen
« Antwort #1 am: Juli 13, 2009, 16:01:04 Nachmittag »

Den Anfang mache ich mal: in der ehemaliegn DDR mussten alle Hunde für ihre Zuchtzzulassung zumindest eine Anlageprüfung ablegen. Schönheit und Brauchbarkeit sollten so zusammengehalten werden, was auch eines meiner erklärten Zuchtziele ist...

Leider ist mit dem Zusammengng mit dem DFV die "Brauchbarkeit" im Schönheitsbereich über Bord geworfen worden.


Gehört zwar nicht direkt dazu aber m.W. wurden auch alle Welpen mit einem Jahr einer Beurteilung unterzogen. Erst danach bekam man die AT ausgehändigt.
« Letzte Änderung: Juli 13, 2009, 17:32:42 Nachmittag von Foxiline »

Knuddelbero

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Re: DDR-Zuchtanforderungen
« Antwort #2 am: Juli 13, 2009, 17:28:03 Nachmittag »
Nein, wir bekamen für Holk und Aaron zeitnah die Ahnentafel, ohne Ausstellung - leider bin ich immer noch auf der Suche von der von Aaron  >:(
« Letzte Änderung: Juli 13, 2009, 17:32:50 Nachmittag von Foxiline »

Foxiline

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Re: DDR-Zuchtanforderungen
« Antwort #3 am: Juli 13, 2009, 17:30:29 Nachmittag »

Den Anfang mache ich mal: in der ehemaliegn DDR mussten alle Hunde für ihre Zuchtzzulassung zumindest eine Anlageprüfung ablegen. Schönheit und Brauchbarkeit sollten so zusammengehalten werden, was auch eines meiner erklärten Zuchtziele ist...

Leider ist mit dem Zusammengng mit dem DFV die "Brauchbarkeit" im Schönheitsbereich über Bord geworfen worden.


Gehört zwar nicht direkt dazu aber m.W. wurden auch alle Welpen mit einem Jahr einer Beurteilung unterzogen. Erst danach bekam man die AT ausgehändigt.

Ja, genausso hat es mir Diana auch erzählt!
« Letzte Änderung: Juli 13, 2009, 17:32:58 Nachmittag von Foxiline »

foxlove

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Re: DDR-Zuchtanforderungen
« Antwort #4 am: Juli 13, 2009, 19:28:29 Nachmittag »
Nein, wir bekamen für Holk und Aaron zeitnah die Ahnentafel, ohne Ausstellung - leider bin ich immer noch auf der Suche von der von Aaron  >:(

Hm, keine Ahnung wieso. Ich hab es so von einigen alten DDR Züchtern gehört . Ist vllt. erst später eingeführt worden? Ich frag mal nach.

Knuddelbero

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Re: DDR-Zuchtanforderungen
« Antwort #5 am: Juli 13, 2009, 23:43:30 Nachmittag »
Kann gut sein. Holk haben wir 1972 bekommen und Aaron 1985.

foxlove

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Re: DDR-Zuchtanforderungen
« Antwort #6 am: Juli 14, 2009, 12:52:49 Nachmittag »
Ich hab hier mal einen Link zu einem interessanten Interview. Es geht zwar um Pudel, die beschriebenen Zuchtmethoden waren aber für alle Rassen weitestgehend gleich.
Klick hier

Knuddelbero

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Re: DDR-Zuchtanforderungen
« Antwort #7 am: Juli 14, 2009, 13:12:26 Nachmittag »
Wirklich ein sehr interessanter Bericht! An vieles erinnere ich mich auch noch. Und bei den Ausstellungen war wirklich immer was los, auch den Foxterrierausstellungen. In Halle waren sie teilweise auch so geschickt gelegt, daß sie auf der "Peißnitz"-Insel immer mit Volksfesten - ich erinnere mich hier noch an das Pressefest - stattfanden, wo ganz automatisch Zuschauer vorbeikamen.

Heute bedauere ich, daß viele Ausstellungen so "versteckt" stattfinden. Gut, es müssen natürlich auch immer genügend Parkmöglichkeiten vorhanden sein. Das Interesse, Auszustellen, läßt sicher auch bei einigen Drahti-Besitzern deutlich nach, wenn sie mit vorzüglichen Hunden "unterbewertet" werden oder auf dem Trimming "herumgehackt" wird. Gut Ding braucht Weile, viele Wege führen nach Rom und bei den Betroffenen braucht es gute Nerven... aber mit zunehmendem Alter steht man 'eh Stück für Stück mehr über den Dingen und wird gelassener und beharrt nicht auf der eigenen Meinung als einzig Richtige...  :biggrin:

Auch die Foxterrier wurden "schlechtgeredet", die Züchter hatten es enorm schwer, die Foxterrier waren häufig an der oberen Größengrenze, aber die waren echt raubzeugscharf, hatten nahezu alle vollständige Gebisse und waren kerngesund! Allergien waren in der ehm. DDR sowohl bei Mensch als auch Hund nahezu unbekannt, lag wohl - Studien zufolge - auch an fehlender Auslegware - Linoleum, wischen und fertig... heute gibt es da keine Unterschiede mehr.

Vielleicht hatten wir für Aaron die Ahnentafel bekommen, weil da die Foxterrier schon auf dem "absteigenden" Ast waren, da kamen gerade die Westis groß in Mode!

Wir waren auch im VKSK (Verband der Siedler, Gärtner und Kleintirzüchter.  :thumbsup:
« Letzte Änderung: Juli 14, 2009, 13:19:39 Nachmittag von Knuddelbero »

Urifox

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Re: DDR-Zuchtanforderungen
« Antwort #8 am: Juli 14, 2009, 18:21:17 Nachmittag »
Also nun fang ich mal an ein wenig Einblick in die Geschichte zu bringen. Mittlerweile weiß ein jeder , dass ich ein echter "Ossi" bin und seit fast 25 Jahren mit Glatthaar Fox zu tun habe. In der DDR war es so wenn man einen Wurf hatte, bekamen die Welpen sogenannte "Ahnennachweise" erst ab dem Alter von 12 Monaten wurden sie auf sogenannten Nachzuchtbeurteilungen vorgestellt und dann bekamen sie ihre richtigen Ahnentafeln. Diese Nachzuchtbeurteilungen wurden im Anschluss an eine AUsstellung oder Ähnliches gemacht. Dort wurde die Nachzucht vermessen, Zähne gezählt und auf zuchtausschließende Fehler geschaut, alle Ergebnisse wurden sofort in die Ahnentafel eingetragen. Es war toll für den Züchter, konnte man doch sehen was aus seinen Wurf geworden ist. Diese Methode wurde so lange praktiziert wie der Foxterrier eine eigene Zuchtbuchstelle hatte (Frau Junge in Zwickau). Irgend wann war es dem Rest der Terrierzüchter und den seltenen und Kleiunhunden zu blöd, dass wir unser eigenes Süppchen kochten und der VKSK beschloß einen zentrale Zuchtbuchstelle zu gründen ( war soweit ich mich heute errinnere so 1988 rum) dies war dann in Berlin , die Ahnentafel wurden komplett anders und man wartete im Durchschnitt zwischen einen halben und ein dreiviertel Jahr auf die Ahnentafeln. Manchmal im nachherein denke ich , dass sie alles einfach nur unter Kontrolle haben wollten. Genauso wie es dann kam , dass man pro Zwinger nur noch 18 Welpen pro Jahr haben durfte, das nennt man sozialistische Planwirtschaft.
Zu DDR Zeiten wurde auch angestrebt, dass die Hunde welche man in die Zucht bringen wollte ausgestellt sien mußten und Prüfungen haben sollten. Eigentlich machte es von Hausauf jeder Züchter gern, da jedes Wochenende wo anders etwas los war und mit den Foxel´s kam man weit rum. Es war eine schöne Zeit, auch wenn wir zur Ausstellung nur in die sozialistischen Bruderländer durfte, aber der Zusammenhalt unter den Foxelleuten war besser als heute. Für weitere Fragen stehe ich jederzeit gern zur Verfügung.

Mit lieben Grüßen Diana und die "Lichteneichener"
« Letzte Änderung: Juli 14, 2009, 19:19:23 Nachmittag von Urifox »

foxlove

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Re: DDR-Zuchtanforderungen
« Antwort #9 am: Juli 15, 2009, 08:31:55 Vormittag »
Die Nachzuchtbeurteilung sollte man ruhig wieder einführen. Das fände ich sehr sinnvoll. Auch das Daten wie Größe oder Fehler in die AT eingetragen werden. Aber welcher Züchter spricht schon gern über Fehler  8-)

foxlpower

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Re: DDR-Zuchtanforderungen
« Antwort #10 am: Juli 15, 2009, 08:35:12 Vormittag »
Die Nachzuchtbeurteilung sollte man ruhig wieder einführen. Das fände ich sehr sinnvoll. Auch das Daten wie Größe oder Fehler in die AT eingetragen werden. Aber welcher Züchter spricht schon gern über Fehler  8-)

ganz meine Meinung....
Liebe Grüße
von Ariane mit Malinois Rosa

Nuggets

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Re: DDR-Zuchtanforderungen
« Antwort #11 am: Juli 15, 2009, 08:39:42 Vormittag »
Aber welcher Züchter spricht schon gern über Fehler  8-)

Ich. Und dann werde ich immer blöde von der Seite angesprochen, warum ich meine Hunde selbst schlecht mache...  8-)
Liebe Grüße von
Sandra & den Nuggets Foxis

"Im Leben gibt es keine Lösungen.
Nur Kräfte, die in Bewegung sind.
Man muss sie erzeugen
und die Lösungen werden folgen."
— Antoine de Saint-Exupéry

Foxiline

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Re: DDR-Zuchtanforderungen
« Antwort #12 am: Juli 15, 2009, 14:07:09 Nachmittag »
Aber welcher Züchter spricht schon gern über Fehler  8-)

Ich. Und dann werde ich immer blöde von der Seite angesprochen, warum ich meine Hunde selbst schlecht mache...  8-)

Ich auch ;)
Fehler sind relativ und ich merke dann zum Glück immer wieder, dass die Schönheit im Auge des Betrachters liegt, was auch gut so ist und mir jedes Mal wieder bestätigt, dass alle kleinen Drei Eichener ihre genau passenden Menschen gefunden haben  :biggrin:


foxlove

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Re: DDR-Zuchtanforderungen
« Antwort #13 am: Juli 15, 2009, 17:13:15 Nachmittag »
Aber welcher Züchter spricht schon gern über Fehler  8-)

Ich. Und dann werde ich immer blöde von der Seite angesprochen, warum ich meine Hunde selbst schlecht mache...  8-)

Ich auch ;)
Fehler sind relativ und ich merke dann zum Glück immer wieder, dass die Schönheit im Auge des Betrachters liegt, was auch gut so ist und mir jedes Mal wieder bestätigt, dass alle kleinen Drei Eichener ihre genau passenden Menschen gefunden haben  :biggrin:



Ja, das ist klar. Ich mein es ja so, dass durch Nachzuchtbeurteilungen jeder Züchter die Fehler in der Zucht sehen musste.
Mit Fehlern sind da ja auch nicht nur kleine optische Mängel gemeint  ;).

Foxiline

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Re: DDR-Zuchtanforderungen
« Antwort #14 am: Juli 15, 2009, 18:31:47 Nachmittag »
...

Ja, das ist klar. Ich mein es ja so, dass durch Nachzuchtbeurteilungen jeder Züchter die Fehler in der Zucht sehen musste.
Mit Fehlern sind da ja auch nicht nur kleine optische Mängel gemeint  ;).

Bin nur auf Sandra eingestiegen ;)
Ich finde die Regelung sehr gut und es ist schade, dass lediglich in der jagdlichen Leistungszucht genau hingeschaut, vermessen und auch notiert wird, was wo fehlt, steht oder sonst etwas.

Vielleicht ändert sich das aber auch irgendwann. Ich bin da immer optimistisch!